Startseite
Kontakt
Anfahrtsweg
Geschichte
Fotoarchiv
Sportanlage 2016
Präsentation SCW
Spielplakat
SCW-Freunde
Schnapsschüsse !
Fußballzitate !!!
Franz Spieker
Josef Övermeyer
Vorstand
32 Jahre Präsident
SCW - VFL Löningen
Tippspiel
Aktuelles
Archiv
Herren
Altherren
Damen
Jugend
Schiedsrichter
Mini-Playback
Sportwochen 2016
Sportwochen-Archiv
Meister 2010 SCW1
Meister 2005 SCW1
UmWeltmeistersch.´06
Klub 2006
WM ARG-Serb./Mont.
Finale Mini-WM
DFB-Kurs
Schilder
Buttons
Infostand
Suchtberatung
Unterschriften
WM-Tage im Verein
Ideenwettbewerb
Dokumentation
WM-Fahne
Basis-Schulung
DFB-Abzeichen
TSV Altenmarkt
DJK Bonzel
Impressum


Sport-Club Winkum
Besucherzähler

Dokumentation: " Klub 2006 – Die FIFA WM im Verein"

 

„WM-Tag im Verein“ : Kinder stark machen-Rauchfrei am Sportplatz"

 

 

Wahl, Begründung und Planung des WM-Tages mit dem Motto:

 

„Rauchfreier Sportplatz bei Jugendspielen des SC Winkum“

Auf der ersten Vorstandssitzung des Jahres 2005, am 8. Februar, stellt Jugendobmann Wilfried Stagge die DFB-Broschüre zum Wettbewerb „Klub 2006“ vor.

Besonders anspruchsvoll erscheint das Thema „Kinder stark machen“, mit dessen Realisierung als „WM-Tag im Verein“ sich ein umgehend gebildetes Organisationsteam befasst. Als idealer und vor allem auch publikumsträchtiger Termin wird die traditionelle Sportwoche des SC Winkum vom 27. 6. bis 3.7. 2005 ins Auge gefasst, wozu ein erster Hinweis in der Lokalpresse erfolgt.

Bei der Umsetzung des Themas „Kinder stark machen“ ist man sich bald einig, dass die Aktion keine „Eintagsfliege“ bleiben , sondern ein wirkliches Problemfeld im Verein aufgreifen soll, wodurch die vielen sporttreibenden Kinder und Jugendlichen eine dauerhafte Unterstützumg und Hilfe erfahren sollen.

Als Ergebnis diesbezüglicher Überlegungen des Organisationsteams kristallisiert sich schließlich das Rauchen bei Jugendspielen als ein Problempunkt heraus, der vielen schon seit längerem ein Dorn im Auge ist. Jugendobmann und Organisationsleiter Wilfried Stagge dazu auf einer Sitzung am 22. Mai:                                   

„Es kann nicht sein, dass wir Kinder vor dem Rauchen schützen wollen, bei deren Spielen am Platzrand aber von zuschauenden Vätern, Müttern, Trainern oder anderen Erwachsenen munter drauf los ´gequalmt` wird. Die beste Pädagogik ist immer noch die Vorbildwirkung.“

Ein erstes Zeichen soll an den Nachwuchsturniertagen der Sportwoche des SC Winkum am 27., 28., 29. Juni sowie am 3. 7. gesetzt werden. Ziel der Aktion ist es, dass nicht nur an diesen Tagen, sondern auch in Zukunft bei Fußballspielen im Jugendbereich nicht mehr geraucht wird.

Auf vereinsinternen Versammlungen werden auch die Trainer und Betreuer sowie die Nachwuchsspieler mit dem Vorhaben konfrontiert und für einen Rauchverzicht sensibilisiert.

Die Idee findet größtenteils Zuspruch, nur vereinzelt regen sich Zweifel an der Möglichkeit der Durchführung einer solchen Maßnahme.

In der konkreten Planungsphase für die WM-Tage zeigen sich Schwierigkeiten in der Beschaffung aufklärenden Materials zur gesundheitlichen Gefährdung durch das Rauchen sowie die Notwendigkeit einer fachlichen Beratung. Wir wenden uns an die Suchtberatungsstelle der Stiftung Edith Stein, Cloppenburg, und es gelingt, mit der Suchtberaterin Verena Höffmann jemanden zu finden, der  unser Projekt von nun an auch fachlich mit Rat und Tat begleitet.

Auf einer Informationsveranstaltung im Stadion am 16. Juni, die rund 80 interessierte Jugendliche und Erwachsene anlockt, zeigt sich die Suchtexpertin sehr angetan von der Aktion:

„Ich finde den rauchfreien Sportplatz ein spannendes Projekt, das meines Wissens noch nirgends in der Region versucht worden ist. Tatsächlich ist es oft der Nachahmungseffekt, der Kinder und Jugendliche zum Rauchen verleitet. Dem wiederum folgt nicht selten der Einstieg in den Drogenkonsum.“ (s. Pressebericht v. 24. Juni)

Konsequenterweise wird während der „WM-Tage“ auf den Ausschank von Alkohol verzichtet.                                                         

Die eingeladene lokale Presse berichtet im Vorfeld ausführlich und z.T. in großer Aufmachung über das Vorhaben des Vereins, dessen Homepage unter www.scwinkum.de auf vielen Seiten ebenfalls für das Projekt wirbt.

Umsetzung und Durchführung

Auf dem Briefbogen des Vereins erhalten alle Mannschaften mit der Einladung zum Turnier bereits einen ersten Hinweis auf „rauchfreie Jugendturniere“. Die in der WM-Box zugesandten Muster werden als Werbeplakate genutzt und mit den Terminen und Inhalten der WM-Tage beschriftet. Sie werden an markanten Punkten im Vereinsbezirk aber auch in Schulen und bei benachbarten Vereinen ausgehängt.

Das Plakat wirbt ebenfalls für die traditionelle Mini-Playback-Show des SC Winkum, deren Ziel es schon seit Jahren ist, Kinder zwischen des Vereins zwischen 5 und 14 Jahren stark zu machen, indem sie „vom Spielfeld auf die Bühne“ gebracht werden, um an Selbstsicherheit und Selbstvertrauen zu gewinnen. Auch in dieser Show wird für den Rauchverzicht bei Jugendspielen geworben.

Die bereitgestellten Fahne und das Banner sowie das von den kleinen Kickern nachgebastelte Logo KLUB 2006 weisen schon von weitem auf die Besonderheit der diesjährigen Turniertage hin. Zahlreiche, selbst gestaltete Hinweisschilder rund um das Sportgelände machen klar, dass es mit dem Rauchverzicht ernst gemeint ist.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Rauchfreier Sportplatz“ erfolgt rund um einen mit Flyern, Broschüren, Postern und den zur Verfügung gestellten kleinen Spielgeräten und Aufklebern ausgerüsteten Info-Stand, der von einer nicht am jeweiligen Turnier beteiligten Jugendmannschaft des Vereins in den erhaltenen gelben T-Shirts sowie dem Jugendobmann betreut wird.                          

An einen Tag werden sie auch von der das Projekt begleitenden Suchtberaterin Frau Höffmann im Pavillon unterstützt. Interessierte Fragesteller erhalten hier Informationen und Aufklärung aus erster Hand. Kinder, Betreuer, Eltern und Zuschauer – auch von den Gastvereinen – können sich auf vielfältiger Weise an der Aktion beteiligen bzw. sich mit dem Thema beschäftigen:

Es werden Mal-Utensilien bereitgestellt, um sich auf  Zeichenblättern, Postern oder auch T- Shirts künstlerisch-kreativ mit den Auswirkungen des Nikotingenusses zu befassen.   

An einem Glücksrad sind Fragen in Form eines Quiz zur Gesundheitsgefährdung durch Rauchen zu beantworten.Richtige Lösungen werden mit Süßigkeiten belohnt, für jeden Teilnehmer gibt es einen eigens für die WM-Tage erstellten Button.

Kinder und Jugendliche des Vereins sind unterwegs, um Unterschriften für den Rauchverzicht bei Jugendspielen zu sammeln.

Auf weiteren Vordrucken können Sportplatzbesucher ihre Meinungen kundtun, indem sie angefangene  Sätze wie z.B. Ich finde, Sportler sollten nicht rauchen, weil ... oder Ich finde, am Spielfeldrand sollte nicht geraucht werde, weil ...  durch individuelle Begründungen ergänzen. In einem Ideenwettbewerb, für den Preise ausgesetzt sind, sollen vor allem von Kindern und Jugendlichen „Warnhinweise“ als alternative Aufkleber für Zigarettenschachteln erdacht und mit Sport in Verbindung gebracht werden.

Auswertung der WM-Tage und Ausblick

Die „WM-Tage im Verein“ stießen sowohl bei den einheimischen Jugendlichen und Erwachsenen als auch ganz besonders bei den vielen Gästen und Gastmannschaften auf große Resonanz. Bei der Begrüßung der teilnehmenden Teams und auch bei den Siegerehrungen gab es viel Beifall für den Mut und die konsequente Durchsetzung des Rauchverbotes während der Spiele durch den Veranstalter. An jedem der vier WM-Tage wurden zwischen 200 und 300 Sportler und Besucher gezählt.

Der Info-Stand wurde von zahlreichen Jugendlichen und Erwachsenen umlagert, die einzelnen Angebote, sich mit dem Thema zu beschäftigen, wurden bereitwillig angenommen.

Es kam zu zahlreichen zwanglosen Gesprächen mit der Suchtberaterin aber auch untereinander über das Thema Rauchen. Bei den Fragen am Glücksrad erfuhr man zudem viele größtenteils noch unbekannte Details über die wirkliche Gesundheitsgefährdung durch das Rauchen sowie eine Aufklärung über die in einer Zigarette enthaltenen Schadstoffe und die daraus entstehenden schweren Krankheiten.

Viele Jugendliche (aber auch Erwachsene) versorgten sich mit dem ansprechenden Prospekten und Faltblättern, manche warnenden Poster zierten noch während der WM-Tage die Wände in dem einen oder anderen Klassenraum der örtlichen Schulen – eines von vielen Zeichen für den erhofften Multiplikator-Effekt.

Auch die kreativen Aufgaben wurden gern angenommen, besonders groß war die Beteiligung am Ideenwettbewerb, in dem über 300 Vorschläge für Zigarettenschachteln-Aufkleber aus sportlicher Sicht abgegeben wurden.    Die Jury entschied sich zusammen mit Frau Höffmann von der Suchtberatung, die folgenden „Warnhinweise“ mit Preisen auszuzeichnen:

Gruppe Kinder:

1. Wer raucht, schießt gesundheitlich ein Eigentor. ( Marcel, 13 Jahre )

2. Sportler, die rauchen, rennen ins Abseits. ( Jürgen, 10 Jahre )

3. Rauchen macht abhängig – Sport frei. ( Insa, 10 Jahre )

Gruppe „Junge Erwachsene“

 1. Sport und Rauchen ist wie Fußballspielen mit Pumps. ( Andrea, 23 )

2. `Ne Fluppe ist mir schnuppe, denn im Team ist man clean. ( Vera, 22 )

Bewundernswert war die große Geduld der eingesetzten Kinder beim Sammeln von Unterschriften für den Rauchverzicht bei Jugendspielen. Am Ende hatten sich über 800 jugendliche Sportler sowie zuschauende Erwachsene mit ihrem Namenszug einschließlich Alters- und Vereinsangabe für das Vorhaben des SC Winkum ausgesprochen.

Bei der derzeit laufenden Umfrage auf der Vereinshomepage sprechen sich 71% für den Rauchverzicht aus, 27% sind der Meinung es sei zumindest einen Versuch wert.

(Stand: 30.7.05, s. Anlage Homepage)

Das Rauchverbot wurde während der Jugendturniertage von allen eingehalten. Nur ganz selten mussten Hinweise an „Vergessliche“ gegeben werden.

Schwerer fiel einigen Besuchern schon der gleichzeitige Verzicht auf Alkohol. („Jetzt bin ich eigens mit dem Fahrrad gekommen und dann gibt´s nicht mal ein Bier“) Diese oder ähnliche Unmutsäußerungen waren vereinzelt zu verzeichnen aber auch Unverständnis darüber, dass somit freiwillige Umsatzeinbußen in Kauf genommen wurden. Erst mit dem Hinweis, dass man nicht die eine Droge verunglimpfen kann, um an gleicher Stelle die andere zu fördern, kam es dann meistens doch zur Einsicht.

Ein vorläufiges, recht positives Resümee der WM-Tage wurde auch in einem von uns initiierten Pressegespräch der  hiesigen Münsterländischen Tageszeitung mit Frau Höffmann von der Suchtprävention Cloppenburg gezogen, die das Winkumer Projekt fachlich begleitete.

(„Viel Lob für „nachahmenswerte Initiative“, s. MT-Bericht v. 30.Juli, 2005)

Nach diesem erfolgreichen „Testlauf“ während der WM-Tage darf ab der kommenden Saison bei Jugendspielen und Training auf dem Sportgelände des SC Winkum nicht mehr geraucht werden.

Ausgeweitet wird der Rauchverzicht auch auf andere Veranstaltungen vor Ort, an denen Jugendliche beteiligt sind, z.B. Grillnachmittage, Jugendversammlungen im Klubhaus, etc.  

Es soll nun zunächst ein Jahr lang beobachtet werden, wie sich die Einstellungen zum Rauchen auf dem Sportplatz verändern. Möglicherweise ist die Zeit bald reif für die Einführung eines generellen Rauchverzichts im Sportplatzbereich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SC Winkum  | webmaster@scwinkum.de